kolumne:
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Die alte Hure Hollywood

Alt. Aufgetakelt. Überschminkt. Verraten. Verkauft. Ausgelutscht. Unansehnlich. Hässlich. Auf der Suche nach dem Glanz von damals als die Kunden noch Geld hatten und der Rubel rollte. Da stand man noch Schlange, wenn man zu ihr wollte. Doch bei ihr durften nicht alle. Und so mancher musste Jahre darauf warten, dass man ihn mal ran lies. Heute ist das anders. Da darf bei ihr jeder. Anstellen muss man sich auch nicht mehr. Die Tür steht weit offen. Niemand fragt was man hier will. Man sagt nur noch wie man es will, was man bezahlt und los geht’s.

Selbst zerstörerisch nenn ich so was. Was hat man dir angetan? Du, die du einst meine erste Liebe warst. Du hast über meinen Schlaf gewacht und meine Träume geformt. Du hast meine Ideale geprägt und meine Sprache bereichert. Deine Gesellschaft war immer angenehm. Treue Freundin. Was ist aus dir geworden. Sieh dich doch an. Was bist du denn heute noch. Du Hure…

Warum ich Hollywood eine Hure nenne?
Seht es euch doch an. In diesem Jahr wurden die 79. Academy Awards verliehen. Den Host gab dieses Jahr Ellen De Generes. Was soll das? Diese Frau hat in Hollywood nicht viel erreicht. Sie hatte ne eigene Sitcom und lieh in “Finding Nemo“ dem Fisch “Dori“ ihre Stimme. Sonst ist sie Comedian. Sie war als Host fehlbesetzt. Während ihre Vorgänger wie Billy Crystal oder Steve Martin schon in den ersten fünf Minuten die ersten zehn Reihen der Gäste schon mindestens 2-mal beleidigt hatten, fand ich Ellen irgendwie etwas flach. Vielleicht wollte man zeigen dass man ihre Homosexualität akzeptiert. Doch Ellen ist nur ein weiteres Indiz für den Verfall.
Die Qualität leidet doch arg in Hollywood. Klar hat sich der Geschmack des Publikums geändert und ja ich gebe zu, die Hip-Hop-Generation will Rapper auf der Leinwand sehen. Aber sind wir ehrlich, seit DMX und andere Rapper wie 50 Cent deren schauspielerisches Talent, wie der Name schon sagt, nicht mal ´nen ganzen Euro wert sind, auf der Leinwand rumhopsen, geht es mit Hollywood immer weiter abwärts. Die Folge: Es bleiben die Zuschauer aus, die Zahlen rutschen in den Keller. Das versucht man mit noch mehr Schund auszugleichen. Und so dreht sich die Spirale weiter. Während man früher mit einem guten Regisseur, ´nem ordentlichen Drehbuch und ´nem coolen Hauptdarsteller Rekorde brach; versucht man heute Qualität durch Quantität zu ersetzten. Von allem, egal wie schlecht, gibt es ne Fortsetzung. Ein so genanntes Sequel. Und wenn jemand so blöd war die Hauptfigur im letzten Teil sterben zu lassen, dann macht man ein Prequel. Doch wenn gar nichts mehr geht und keiner mehr ´nen Rapper oder sonst einen Möchtegern kennt, dann gibt’s ein Remake. Umgesetzt von Imitationen von Künstlern mit billiger Besetzung. Das kommt davon, wenn in den einst so heiligen Wäldern in Kalifornien, plötzlich jeder mit meiner Liebe rummachen darf. Einziges Kriterium für ne Nummer ist Kohle. Schnöder Mammon. Fantasie und Talent sucht man leider viel zu oft vergebens. Egal wie man es dreht und wendet, alles ist nur noch aufgewärmt und wiedergekäut. Vielleicht sollte die Alte endlich in Rente gehen und man sollte den Film-Puff abfackeln und die Versicherung kassieren.

Nur eins tröstet mich: Dass es manchmal, zwischen all dem Schrott, der aus der Traumfabrik kommt, einen Film gibt wie “Crank“, der einen mit viel Action, Kreativität, Humor und Coolness vom Sitz haut, wie einst der gute, alte Bruce Willis; und dass einst aus dem Kopf eines Mannes, wie Peter Jackson eine Trilogie entstand, die in der ganzen Filmhistorie ihres Gleichen sucht.

Vielleicht tue ich meiner alten Liebe unrecht, wenn ich sage, sie sei ne abgetakelte Hure. Vielleicht sind es nur die falschen Freier, die mit Gewalt darauf drängen ihr talentfreies Material durch Hollywood aufzuwerten. Jemand sollte mal wieder darauf achten, dass nicht jeder in Hollywoods Studios machen kann was er will.
Fazit: Die alte Hure Hollywood bräuchte mal wieder ´nen ordentlichen Zuhälter...

 

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